Zuschuss durch die Pflegeversicherung erhalten

Zuschuss durch die Pflegeversicherung erhalten 2048 1366 Ambeno | Wohnberatung & Handwerksleistungen für ein barrierefreies Wohnen

Zuschuss durch die Pflegeversicherung erhalten

Die Pflegeversicherung kann den barrierefreien und barrierearmen Umbau Ihrer Wohnung bezuschussen. Erfahren Sie, welche Maßnahmen in welchem Umfang von der Pflegekasse übernommen werden.

In welchen Fällen bewilligt die Pflegeversicherung einen Zuschuss?

Pflegebedürftige Menschen mit einem anerkannten der Pflegegrade können durch die Pflegeversicherung bei “wohnumfeldverbessernden Maßnahmen” finanziell unterstützt werden.

Eine finanzielle Unterstützung der Pflegekasse kommt zum Einsatz, wenn:

  • mehr Selbstständigkeit durch den barrierefreien Umbau erreicht wird und die Abhängigkeit der Pflegekräfte dadurch abnimmt.
  • eine häusliche Pflege erst dadurch ermöglicht werden kann.
  • die Pflege zuhause für den Pflegenden und Pfleger erheblich erleichtert wird.

Tipp:

Alltag schriftlich festhalten Erstellen Sie eine Art “Pflege-Liste”, in der Sie ihren Alltag einmal durchgehen und festhalten, in welchen Situationen Sie Hilfe bzw. Pflege benötigen, wie z. B. Duschen, Anziehen, Essen, Bewegung innerhalb der Wohnung, etc.

Als wohnumfeldverbessernde Maßnahmen gelten alle Umbauten, die als festgestellter Hilfebedarf notwendig sind, wie zum Beispiel:

  • Barrierefreier Umbau bzw. Anpassung des Badezimmers. (Lesen Sie dazu auch den Artikel: Selbstständig und sicher im Badezimmer)
  • Einbau und Sonderanfertigung von bestimmten Möbelstücken
  • Einbau von Rampen, Treppenlift, Personenaufzug, etc.
  • Technische Hilfsmittel
  • Anpassung und Erschaffung von ebenerdigen Zugängen für Rollstuhlfahrer, etc.
  • Umzug in eine Erdgeschosswohnung bzw. barrierefreie Wohnung

Welche Kosten übernimmt die Pflegeversicherung?

Ein Zuschuss wird pro Umbaumaßnahme bewilligt. Der Gesetzgeber hat derzeit eine Höchstsumme von 4.000 € pro Maßnahme festgelegt. Allerdings wird vorher abgeklärt, ob nicht eventuell eine andere Versicherung in Frage kommt, wie zum Beispiel die Berufsgenossenschaft oder Unfallversicherung. Wenn mehrere Pflegebedürftige in einer gemeinsamen Wohnung bzw. Pflegegemeinschaft leben, kann pro pflegebedürftige Person ein Zuschuss von bis zu 4.000 € beantragt werden. Der Gesamtbeitrag ist allerdings auf 16.000 € begrenzt und wird bei über vier Personen im Haushalt anteilig auf die Versicherungen verteilt.

Ein neuer Zuschuss kann erst beantragt werden, wenn sich der Pflegebedarf erhöht. Die Versicherung legt im Einzelfall fest, ob und in welcher Höhe ein Zuschuss gewährleistet wird. Der Zuschuss der Pflegekasse ist einkommensunabhängig. Dabei legt ein Leistungskatalog des GKV-Spitzenverbandes fest, welche baulichen Veränderungen bezuschusst werden können.

Wie erhalte ich einen Zuschuss?

Zunächst müssen Sie einen Antrag bei Ihrer Pflegekasse stellen. Holen Sie sich außerdem einen unverbindlichen Kostenvoranschlag bei Handwerkerfirmen ein, um eine Grundlage für den Aufwand der Umbaumaßnahmen zu haben. Diesen Kostenvoranschlag sollten Sie ebenfalls bei der Pflegeversicherung einreichen. Wir unterstützen Sie gerne dabei und unterbreiten Ihnen unverbindliche Vergleichsangebote von geprüften Handwerkern aus Ihrer Region.

INFOBOX:

Checkliste: In 6 Schritten zum Zuschuss der Pflegeversicherung

  1. Sollten Sie zur Miete wohnen, holen Sie sich zunächst eine schriftliche Zustimmung Ihres Vermieters ein, bevor Sie eine Veränderung in Ihrer Wohnung vornehmen. Zusätzlich sollte der Vermieter Sie von der Rückbaupflicht befreien, um unnötige Kosten für einen Rückbau beim Auszug zu vermeiden.
  2. Kontaktieren Sie Ihre Kranken- bzw. Pflegekasse. Ein Angehöriger mit Vollmacht kann Sie dabei unterstützen bzw. die Beantragung vollständig übernehmen. Außerdem stehen wir gerne kostenlos beratend zur Seite.
  3. Stellen Sie einen Antrag an die Pflegeversicherung und lassen Sie sich einen unverbindlichen Kostenvoranschlag von Handwerkerfirmen geben.
  4. Einige Pflegekassen beauftragen den MDK oder einen anderen unabhängigen Gutachter zur Feststellung der Notwendigkeit einer Wohnungsanpassung.
  5. Erst nachdem ein Zuschuss von der Pflegekasse bewilligt wurde, sollte der Umbau beginnen. Falls Sie eine Ablehnung erhalten sollten und der Umbau bereits begonnen hat, bleiben Sie möglicherweise auf den Gesamtkosten sitzen.
  6. Nach dem Umbau können Sie die Rechnung bei der Pflegeversicherung einreichen. Klären Sie bei Bedarf vorab mit dem Handwerker, ob er eine Abtretungserklärung der Zahlung an die Pflegekasse anbietet.

Was kann ich unternehmen wenn mein Antrag abgelehnt wurde?

Wenn Ihr Antrag abgelehnt wurde, können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Falls Sie die Begründung des Widerspruchs nicht innerhalb von vier Wochen ausführen können, sollten Sie einen Hinweis vermerken, dass diese sobald wie möglich nachgereicht wird.

Falls Ihr Widerspruch abgelehnt wird, können Sie innerhalb eines Monats vor dem Sozialgericht klagen. In diesem Fall sollten Sie sich frühzeitig rechtlich beraten lassen. Wenden Sie sich dafür an die öffentliche Rechtsauskunft in Beratungszentren, sofern Sie keine Rechtsschutzversicherung haben.

Sie haben Fragen oder brauchen Unterstützung?

Gerne beraten wir Sie kostenlos und unverbindlich zur Antragsstellung für Zuschüsse zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen.